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Villa am Rande des Wienerwaldes

Einfamilienhaus

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Projektdaten:

Planungsbeginn: Oktober 2012

Fertigstellung: August 2016

Bauherr: RB - Privatstiftung
Planung: ARGE Dreimarksteingasse:
RATAPLAN–Architektur ZT GmbH / GROH-WAGNER ARCHITEKTEN
Gemeinsam mit: Christoph Lindner, Markus Steinmair
Statik: werkraum
HKLSE: iC Clean Energy Solutions GesmbH

Projektbeschreibung:

Wettbewerb, 1. PREIS

Einmalige Lage
Eine Traumlage für ein Haus nach Maß auf dem steilen Hang mit der phantastisch vielseitigen Aussicht über Wien. Es liegt hoch oben an einer kurvigen, kopfsteingepflasterten Straße im neunzehnten Wiener Gemeindebezirk. Im Norden beginnt bereits der Wienerwald - stadtseitig bilden alte, denkmalgeschützte Weinhauerhäuser und Villen die unmittelbare Nachbarschaft. Lukas Groh und RATAPLAN entwickelten ein sehr unorthodoxes, raffiniertes Haus, das tief im Erdreich verwurzelt ist und nach allen Regeln der Kunst mit der speziellen Lage im Hang spielt. In jeder Ebene dockt es an einer anderen Stelle am steilen Gelände an und bringt so eine andere Facette der Lage zum Vorschein. Von jedem Geschoss gelangt man direkt ins Freie und erlebt eine Vielzahl von Ausblicken über Wien und den Wienerwald.

Komplex verwoben
Trotz der fünf Ebenen tritt das großzügige Domizil nach außen zur umlaufenden Straße nur als zweigeschossiger Baukörper in Erscheinung. Raumhohe Glasfronten, zarte Stützen, ein umlaufender Lattenzaun, schattenspendende Lamellen, eine Pergola, von der die Wohnebene nahtlos auf die Wiese im Garten verlängert wird und eine Fassade aus Rohaluminium im obersten Geschoß verunklären das Volumen noch zusätzlich. Dieses tatsächlich riesige Haus wirkt dank seiner speziellen Geometrie und der vielen Materialwechsel, die es vollzieht, wesentlich kleinteiliger, als es de facto ist. In Wirklichkeit ist es über mehrere Ebene hinweg komplex ineinander verwoben und verschränkt.

Raumprogramm
Die raumprogrammatische Wunschliste war lang: Sie reichte vom Weinkeller über Wellness, Whirlpool, Infinite-Becken, eine Garage für fünf Autos bis hin zur praktischen Einliegerwohnung mit separatem Zugang für Gäste und einem zweiten internen Lift, der die Wohngeschosse miteinander verbindet.

Ausstellung, Garage
Die Besucher betreten das Haus über die Garage, die 13 Meter unter dem Erdgeschoß liegt. Ein gläserner Aufzug verbindet die große, repräsentative Garagen- und Eingangsebene mit dem Kellergeschoß und dem Untergeschoß. Die komplexe Geometrie der Garagendecke überspannt den Zufahrtsbereich und faltet sich über den Ausstellungsbereich zum lichtdurchfluteten, von oben natürlich belichteten Dom.

Kino, Wein, Keller
Das Kellergeschoß betritt man über einen großen vielfach nutzbaren Raum. Eine Nußholzwand geleitet zur nach oben führenden, durch ein ausladendes Podest zusätzlich betonten Steintreppe.
Der Bereich vor dem Heimkino schafft die entsprechende cineastische Atmosphäre: Eine dunkelrote, geschwungene Sitzbank aus rotem Leder, Wände aus Nußholz mit eingeschnittenen Glasvitrinen zum Ausstellen von Kinoplakaten und die Deckengestaltung, ebenfalls aus rotem Leder eröffnen den Weg in den dunkel gehaltenen, mit weichen Textilien ausgestalteten Kinoraum.
Durchschreitet die Besucherin das Foyer gelangt sie zum Weinkeller mit einem gemauerten Gewölbe. Der Holzboden aus altem Eichenholz und der Eichenholztisch bieten das perfekte Ambiente zur Verkostung von gepflegten Weinen.

Wellness, Wasser, Einlieger
Die Ebene darüber – das Untergeschoß – ist der Wellness gewidmet.
Das Herzstück dieser Ebene: Die trichterförmige, mit Kalkstein ausgelegte Eingangshalle bildet die kommunikative Mitte, den Marktplatz und Ankunftsplatz am Weg zu den Wohnebenen. Eine lange, dynamisch schräg im Raum platzierte Treppe führt an der Garderobe vorbei ins Erdgeschoß.
Eine geschwungene aus Zedernholz furnierte Wand verbindet die Fitnesszone mit dem Wellnessbereich. Zwei zwischen Außenpool und Fitnesszone integrierte, runde Bullaugenfenster sind der erste Blickfang. Sie verbreiten nachmittags die von der Wasserfläche gebrochenen Reflexionen der von Westen einfallenden Sonnenstrahlen. Eine große Schiebetür im Südosten führt zum gedeckten Freibereich. Hier kann man von fremden Blicken geschützt im Morgenlicht an der frischen Luft liegen und entspannen.
Komplettiert wird das Raumangebot durch einen Hauswirtschaftsraum mit Außenzugang und der Gästewohnung im Osten mit privater Terrasse, Garten und Morgensonne.
Die nicht verglasten Fassadenteile im Untergeschoß sind mit gebrochenen, farblich der Umgebung angepassten Naturstein verkleidet und bilden einen sanften Übergang zwischen Gebäude und Gelände bzw. ein Sockelgeschoß gegen Süden.

Pavillon am Pool
Das Erdgeschoß ist die eigentliche Wohnebene. Die Wohnebene legt sich V-förmig um die zentrale Treppe, die einen großen Luftraum bildet. Der Wohnraum ist im Osten, Süden und Westen rundum bis auf die Wandscheibe mit dem offenen Kamin beim Essplatz raumhoch verglast, wodurch die Sonne von morgens bis abends den ganzen Raum bewandert und man einen Panorama-Blick über Wien im Cinemascope-Format genießen kann. Betritt man das Wohngeschoß schweift der Blick zuerst über die weitläufige, parkartig gestaltete obere Gartenebene mit den Eichenholzterrassen und dem Außenpool. Rechter Hand befindet sich die große Küche welche durch eine große Schiebetüre vom Wohnbereich abgetrennt werden kann. Westseitig bildet die Pergola eine gedeckte Verbindung des Innenraums mit der Sommerküche im Freien. Die Fassade im Erdgeschoß ist nahezu vollständig verglast. So wirkt das große Haus auch durch die feingliedrige Geometrie der Bauteile leichtfüssig und luftig wie ein Pavillon.
Im obersten Geschoß können die Bauherren von ihrem Schlafzimmer aus über die Terrasse hinweg ungehindert südwärts blicken. Die Terrasse wird von einem Gründach eingefasst und geht so noch nahtloser in ihre Umgebung über, am Boden liegt Eichenholz. Im Badezimmer verbreitet Travertin eine edle Atmosphäre.
Die Fassade im Dachgeschoß ist mit Rohaluminium ausgeführt. Die Oberfläche wirkt sehr weich, ein wenig matt und spiegelt den Himmel und die Umgebung / umgebende Natur dermaßen überzeugend, dass das damit verkleidete Geschoß bei einem bestimmten Einfallswinkel der Sonnenstrahlen fast zu verschwinden scheint.

PDF Projektblatt: 1