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MICA - Musik Informationszentrum

Umbau / Innenausbau, geladener Wettbewerb 1. PREIS

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Projektdaten:

Planungsbeginn: Dezember 1995

Fertigstellung: April 1997

Auftraggeberin: Fam. Gruber & Kaja
Nutzer: Music Information Center Austria
Planung: RATAPLAN-Architektur ZT GmbH
Statik: Gerhard Kuhn
Gemeinsam mit: Otto Arnold
Nettonutzfläche: ca. 660 m2

Projektbeschreibung:

Ein Biedermeierensemble am Spittelberg, ursprünglich für vorstädtische Wohnbedürfnisse gebaut, sollte nun zum Informationszentrum für zeitgenössische Musik (MICA) und Serviceinstitution für Musikschaffende adaptiert werden. Um langfristig wechselnden Nutz- und Mietanforderungen gerecht zu werden, wurde ein vielfältiges Angebot von Raumgrößen entworfen, das eine spätere Teilung in unterschiedliche Mieteinheiten ermöglicht.

Entwurfsidee:
Gestalterischer Ansatz war, den im Laufe der Zeit in Mitleidenschaft geratenen Bestand durch in Material und Farbe kontrastierende, aber formal sehr klare verbindende Elemente neu zu ordnen und der neuen Nutzung entsprechend eine zeitgemäße Atmosphäre zu schaffen. Trotz des engen Zeit-, Kosten-, und Nutzungsrahmens konnte, dank einer produktiven Zusammenarbeit mit den Bauherren und dem Nutzer, eine durchgehende und signifikante Adaptierung ausgeführt werden. Das Verbindende und das Trennende als eigenständige Elemente werden durch die Betonung der eingefügten Teile mittels einer zum Bestand kontrastierenden Material-, Farb- und Lichtregie unterstrichen. Profilloses Glas, ein roter Sanitärblock, naturbelassene Stahlteile und Sichtbeton werden in den bestehenden Massivbau integriert. Dabei kommen sowohl handelsübliche Produkte als auch speziell entworfene Elemente zum Einsatz.
Neue Durchblicke von der Straße bis in den Hof geben einen Einblick in das Leben des Hauses und verknüpfen die Tätigkeit des MICA mit der Öffentlichkeit.

Raumorganisation :
Zwei Gebäude für einen Nutzer, das bedeutet die inhaltlich unterschiedlichen Abteilungen des MICA als räumlich getrennte Einheiten im Bestand zu integrieren: die Dokumentation und der Veranstaltungsraum im Hintertrakt, der Empfang und der Verkaufsbereich in separaten straßenseitigen Gebäudeteilen. Die Büroräume wurden in den Obergeschossen untergebracht. Durch bauliche Eingriffe in den Eingangs-, Erschließungs- und Schwellenbereichen wurden dort Verbindungen geschaffen, wo Funktionen übergreifen. Im Empfangsbereich galt es, alle diese Bereiche anzubinden und die Bewegungszonen durch unterschiedliche Materialien im Boden zu markieren. Der Belagswechsel von Industrieparkett zu Estrich zeigt den Weg zum Hauptstiegenhaus, ein Steg aus rostenden Stahl überbrückt den Hof und leitet zum Hintergebäude, eine Stahlstiege führt direkt zu den Büros im Obergeschoss. Perforationen in den Außenwänden zu Hof und Durchfahrt stellen Sichtverbindungen her, die den Empfang als zentralen Bereich erkennbar machen.
Der in seinem ursprünglichen Charakter erhaltene, unmöblierte Hof wird von den öffentlich zugänglichen Teilen des MICA umfasst und kann für unterschiedliche Aktivitäten temporär genutzt werden.

PDF Projektblatt: 1