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Relocation Wirtschaftsagentur Wien

Innenarchitektur, Orientierungssystem - Signage System mit C. Gallei

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Projektdaten:

Planungsbeginn: August 2015

Fertigstellung: Juni 2016

Auftraggeberin: Wirtschaftsagentur Wien. Ein Fonds der Stadt Wien.
Planung: RATAPLAN – Architektur ZT GmbH
Signage System: Chili Gallei
Gemeinsam mit: Gunda Maurer, Markus Steinmair, Katharina Wörgötter
Belegungsplanung: teamgnesda
Nettonutzfläche innen: ca. 3.000 m²

Projektbeschreibung:

Geladener Wettbewerb 1. PREIS
Architekturbüro RATAPLAN gestaltet gemeinsam mit Chili Gallei die neuen Räumlichkeiten der Wirtschaftsagentur "gleich um's Eck“ in der Mariahilferstraße - also mitten im Wirtschaftsstandort Wiens.

Architekturbüro RATAPLAN gestaltet gemeinsam mit Chili Gallei die neuen Räumlichkeiten der Wirtschaftsagentur "gleich um's Eck“ in der Mariahilferstraße - also mitten im Wirtschaftsstandort Wiens.

Im Sommer 2015 konnte das Architekturbüro RATAPLAN das Vergabeverfahren für die Innenarchitektur der neuen Räumlichkeiten der Wiener Wirtschaftsagentur in der Mariahilferstraße für sich entscheiden.
Das zukünftige Bürokonzept sollte nach einer dem Vergabeverfahren zugrundeliegenden Belegungskonzeption durch teamgnesda einen zentralen Empfangs- und Besprechungsbereich aufweisen. Unter der Berücksichtigung des Corporate Design Manuals der Auftraggeberin war ein Gestaltungskonzept für sämtliche Räumlichkeiten zu erstellen, welches die Kernbotschaften der Wirtschaftsagentur räumlich kommuniziert. Außerdem sollte ein Leitsystem erarbeitet werden, das sowohl außerhalb als auch innerhalb der Büroräumlichkeiten zur besseren Orientierung dient. "just around the corner" ist Thema der Innenarchitektur von RATAPLAN und des Orientierungssystems von C. Gallei geworden.

Architektonische Grundsätze
Büroarbeit findet stets im Spannungsfeld von Kommunikation und Konzentration statt. Eine gute akustische Qualität ist daher die Grundvoraussetzung für gute Zusammenarbeit.
Der individuelle Arbeitsplatz wird zurückhaltend in schlichter Farbwahl gestaltet und ermöglicht persönliche Prägung. Die gemeinsamen Bereiche oder „Inseln“ bieten atmosphärisch unterschiedliche Qualitäten und Stimmungen. Es gibt eine Auswahl an "Welten" die Abwechslung, Lust und Laune in den Büroalltag bringen.

Signage System - Orientierungssystem
‚Nur wer ein Ziel hat, kann sich auch verirren‘.
Da Suchende regelmäßige Bestätigung brauchen, dass sie am richtigen Weg sind, werden sich wiederholende, erkennbare Zeichen und Muster in regelmäßigen Abständen als wichtig und notwendig erachtet.
So begleitet die Farbe Rot als Lead-Element den Besucher von der Hauseingangstür ins Gebäude, führt im Stiegenhaus "ums Eck" und setzt sich im Empfang über eine transparente Glaswand fort.
Der Besucher ist jetzt angekommen, das Orientierungssystem aber endet nicht beim Empfangsbereich, es tritt nur dort zurück, wo man es nicht braucht. Piktogramme, die ebenso auf der Homepage der Wirtschaftsagentur zur Strukturierung und Organisation dienen, werden innerhalb des Bürobereiches ausschließlich am Boden eingesetzt und können einfach getauscht werden. Sie weisen auf die einzelnen Abteilungen hin, auf Wandbeschilderung wurde verzichtet.

Gestaltungskonzept
Einzelne Elemente oder Subthemen des Orientierungssystems finden sich in allen 3 Stockwerken der Wirtschaftsagentur. Es wird als integraler Teil der Wirtschaftsagentur Wien wahrgenommen und für Besucherinnen und Besucher als unverkennbares Design und Look&Feel erleb- und fühlbar. Die Arbeitsbereiche sind an Farben zurückhaltend gestaltet und werden bevorzugt in schlichtem Schwarz-Weiß gehalten.
Farbig, haptisch und geistig anregend sind die Zonen der Teambesprechung, die Kommunikations- und Begegnungsbereiche. Sie heben sich stark an Formen und Farben vom allgemeinen Bürolayout ab.

Bereiche, Zonen und Welten
Das Entree bietet Wohlfühlatmosphäre, der Gast erhält Aufmerksamkeit, das Empfangspult suggeriert Erreichbarkeit der Ansprechperson und keine Abweisung durch ein zu hohes Pult. Ein transparenter Akustikvorhang an den Fensterflächen verbessert in den großen Besprechungsräumen die Raumakustik und optimiert die Nachhallzeit und Sprachverständlichkeit. Die schwarz/weiß gestalteten Tische und Stühle unterstützen eine konzentrierte Atmosphäre stiller Eleganz.
Die Arbeitsplätze sind individuell zugewiesen und funktional sowie ergonomisch an die jeweilige Person angepasst. Um ihr Raum für Individualität zu gewähren, ist der Arbeitsplatz farblich zurückhaltend gestaltet.
Durch Nahfeldschirmung mit Tischpaneelen, die mit weichen Materialien ausgestattet sind, konnte die Raumakustik verbessert werden.
Neben den Standardarbeitsplätzen bieten farbig, haptisch und geistig anregende „Inseln“ eine Möglichkeit für Kommunikation und Kreativität im Team oder in Einzelarbeit. Die offene Rote Zone stellt einen temporären Arbeitsplatz zum gemeinsamen Arbeiten dar.
Die Möblierung spiegelt die Wunschvorstellung der Arbeit im Team wider, sie steht für ‚an einem Strang ziehen‘ und gemeinsam Ideen schmieden.
Die räumlich geschlossene Grüne Zone aus schallhartem Glas bietet eine akustische Oase zur Konzentration. Als Denker-Raum ist sie für Einzel- oder Teamarbeit, für Kurzzeit- und Projektarbeit für 2 oder 3 Personen besonders gut geeignet.
Akustisch wirksam wurden die Rückwand mit grünem Moos und der Boden mit grünem Teppich ausgestaltet. Zur "Erhöhung" des Raumes ist die Decke verspiegelt.
Für die freie losgelöste Kommunikation steht die Wolke. "Über den Wolken...." eröffnet sich die Möglichkeit über die Grenzen hinausdenken. Die zum Gangbereich offene Insel lädt zum spontanen Dazukommen ein und bietet Entspannung im Gespräch.
Als Treffpunkt, Kommunikationszone und Pausenraum sorgt die Kaffehaus - Lounge mit ihren Formen und Farben für eine gemütliche Wohlfühl-Atmosphäre. Im Kontrast zum Arbeits- und Besprechungsbereich lehnen sich die Möblierung und Farbgebung stilistisch an ein traditionelles Wiener Kaffeehaus an.
Telefon Hauben im Gangbereich sorgen für ein ungestörtes Arbeiten und Telefonieren.
Die Patchworkwand aus Materialien wie Filz, Metall, Pflanzen - alles in Grün gehalten - dient zur Geräuschdämmung und bietet als Pinwand und beschreibbare Schultafelflächen Platz für gegenseitigen Austausch von Infos, Tipps und ähnlichem.
Es geht beim Gestaltungskonzept und Orientierungssystem nicht nur um die Gestaltungselbst, es geht auch um reflexive soziale Strukturen, die man selbst miterleben und weiterentwickeln kann - "den geänderten Anforderungen anpassbar sein".

PDF Projektblatt: 1